Ehemalige Synagoge

Kurze Geschichte

Die heutige Synagoge wurde nach dem Stadtbrand von 1822 neu erbaut und am 31. August 1827 eingeweiht. Sie galt als eine der schönsten in Bayern. Ab den 1920er Jahren konnte allerdings kein Gottesdienst mehr abgehalten werden, da es die dazu notwendige Anzahl von mindestens zehn männlichen Gemeindemitgliedern nicht mehr gab.

Nach Auflösung der jüdischen Gemeinde 1936 erwarb die Stadt das Gebäude gegen eine Abfindung von 1.000 RM für das darin bestehende Heimatmuseum. So wurde es vor der Zerstörung in der Reichspogromnacht 1938 bewahrt. Die Jewish Restitution Successor Organization beschlagnahmte nach 1945 die Synagoge und veräußerte sie 1950 an privat. Ab 1954 erfolgten größere Umbauarbeiten, um das Gebäude als Wohn- und Lagerhaus nutzen zu können. Dabei blieb viel Originalsubstanz erhalten.

Die Stadt Sulzbach-Rosenberg erwarb 2008 das Anwesen zurück und sanierte es bis 2013 grundlegend. Der historische Innenraum einschließlich der raumprägenden Kuppel sowie die Außenfassaden mit Mäanderfriesen und Ecklisenen wurden wieder hergestellt.

Nach der Sanierung wird die ehem. Synagoge seit 2013 als städtische Erinnerungs- und Begegnungsstätte genutzt.

Tipp: Das Buch "Ehemalige Synagoge Sulzbach" mit vielen, spannenden Informationen kann für 19,50 Euro im Buchhandel oder bei der Stadt Sulzbach-Rosenberg erworben werden.

Öffnungszeiten

  • Mittwoch: 14.00 - 17.00 Uhr
  • Sonntag: 14.00 - 17.00 Uhr
  • Sonntag, 24.12.2023: Geschlossen
  • Sonntag, 31.12.2023: Geschlossen

Eintrittspreise

  • Erwachsene: 3,– Euro
  • ermäßigt: 1,50 Euro (Kinder von 6 bis 15 Jahren, Schüler, Studenten, Auszubildende, Behinderte mit Ausweis): 1,50 Euro
  • Gruppenführungen (nach tel. Anmeldung): 30,– Euro zzgl. Eintritt (Eintritt inkl. Stadtmuseum)
  • Öffentliche Führungen: finden jeweils am letzten Sonntag im Monat um 14 Uhr statt. Eintrittspreis hierzu: 5,– Euro (ermäßigt 3,– Euro)

Hinweis: Mit der Eintrittskarte ist auch der einmalige Besuch des Stadtmuseums Sulzbach-Rosenberg möglich.

Innenbereich

Der farbigen Gestaltung im Inneren liegt die Fassung von 1827 zu Grunde: weiß gekalkte Wände und grau marmorierte Säulen. Im Eingangsbereich wurde exemplarisch die letzte Raumfassung von 1869 wiederhergestellt. Bima und Toraschrein sind in ihren Umrissen dargestellt.

Im Erdgeschoss werden die (Bau)-Geschichte der Synagoge sowie die Elemente des jüdischen Gebetshauses mit alten Fotos dokumentiert. Auf der ehemaligen Frauenempore befindet sich eine ausführliche Dokumentation der jüdischen Druckereigeschichte in Sulzbach.

Die jüdische Gemeinde in Sulzbach entwickelte sich mit der von Pfalzgraf Christian August ab 1669 geförderten Niederlassung einer hebräischen Druckerei in Sulzbach. Fast 200 Jahre lang wurden in der Stadt Talmudausgaben, Mischnaiot, Machsorim (Gebetbücher zu den Festtagen), Chumoschim (Pentateuchausgaben mit Vokalzeichen) und zahlreiche Siddurausgaben (Gebetbücher) hergestellt. Die große Zeit des hebräischen Buchdrucks in Sulzbach erfolgte aber erst mit dem Zuzug der Wiener Familie Fraenkel, die 1673 nach Sulzbach kam. Von 1719 bis 1766 veröffentlichte Fraenkel 167 Auflagen der verschiedensten religiösen jüdischen Literatur, darunter auch die bekannten Kalender aus Sulzbach.